Warum und wie?
Wie sollte man beginnen?
Beginnen Sie mit einem Mutter-Kind-Spielkreis/Krabbelgruppe o.ä. Oder (dann) einen Verein gründen.
Wichtig ist bei Ihren ersten Gesprächen mit Behörden etc., daß Sie deutlich machen können, daß es wirklich einen entsprechenden Bedarf gibt (Namenslisten, Vereinsmitglieder etc.).
Wie glauben mir die politisch Verantwortlichen, daß es „Bedarf“ für eine christliche Kindertagesstätte gibt?
Wichtig ist, daß Sie glaubhaft machen können, daß Bedarf für Ihr geplantes Angebot einer Kinderkrippe mit dieser Form der Betreuung vorhanden ist – am besten eine entsprechende Liste von Eltern, besser entsprechende schriftliche Erklärungen von Eltern, noch besser einen Verein (Elterninitiative) mit vielen Mitgliedern und schriftliche Erklärungen von Eltern, daß sie ihre Kinder bei ihnen betreuen wollen – und zwar
- in einer Elterninitiative
- überkonfessionell
- und naturverbunden.
Anders sein – christlich, überkonfessionell, Elterninitiative
Es ist wichtig, daß Sie diese (und evt. andere) Unterschiede zu bestehenden Kindergärten ganz deutlich machen, denn damit sind Sie etwas anderes und besonderes, und das muß nach § 5 des Sozialgesetzbuch VIII von der Kommune akzeptiert und mit finanzielle Förderung belohnt werden.
Warum soll denn nicht unsere Kirchengemeinde die Kita gründen?
Wenn sie viel Geld hat – dann kann man darüber nachdenken! Obwohl es nicht zu den ureigensten Begabungen (oder Studienschwerpunkten) von Pfarrern gehört, Kitas zu leiten.
Eine Elterninitiative hat viele Vorteile: sie wird vom Staat automatisch als „arm“ angesehen und mit dem Höchstsatz bezuschußt. Und sie mobilisiert Eltern für ihre Kinder und hält sie in der Verantwortung – und das ist wichtig, denn die beste Kita kann das Elternhaus nicht ersetzen.
Der mächtige Hebel des § 5 des VIII.Sozialgesetzbuches
§ 5 SGB VIII www.sozialgesetzbuch.de/gesetze/08/index.php?norm_ID=0800500 ist eindeutig:
(1) ... Die Leistungsberechtigten haben das Recht, zwischen Einrichtungen und Diensten verschiedener Träger zu wählen und Wünsche hinsichtlich der Gestaltung der Hilfe zu äußern. Sie sind auf dieses Recht hinzuweisen.
(2) Der Wahl und den Wünschen soll entsprochen werden, sofern dies nicht mit unverhältnismäßigen Mehrkosten verbunden ist.
Dieser § 5 SGB VIII gibt den Eltern das starke Recht, die ART bzw. PRÄGUNG der Betreuung ihrer Kinder frei zu bestimmen. Wenn es als genügend lieblose Kita-Plätze gibt, aber die Eltern eine liebevolle Betreuungsform wünschen, dann muß das (bei gleichen Kosten) erfüllt werden.
Wenn es ringsum keinen freien Träger mit Kita gibt, haben Sie beste Chancen!
Aber selbst, wenn es bei Ihnen schon kirchliche Kindergärten gibt, werden Sie es mit einem guten Konzept schaffen!
Was kostet denn eine Kita?
Für eine erfahrene Kindergärtnerin sollten Sie 2.500 € brutto mtl. Rechnen – da kommen dann noch alle Arbeitgeberabgaben hinzu, also etwa 3.000 € monatlich.
Für die Raummiete (warm, mit allen Nebenkosten!) müssen Sie schauen, wie hoch die örtlichen Mieten für Gewerbe in ihrer Lage sind. Diese Miete sollten Sie in Ihrer Kalkulation einsetzen (wenn Sie eigene Räume nutzen können oder preiswerter mieten können, können in Verhandlungen dann immer noch auf einen Teil davon als Eigenanteil ansetzen).
Für pädagogisches Material und anderen „Kleinkram“ rechnen Sie 7 € pro Kind und Monat.
Die genauen Kosten einer Kindertagesstätte mit 120 Kindern können Sie auf unserer Webseite unter „Geheimnisse“ ersehen – allerdings sind bei uns alle Altersklassen gemischt (und ältere Kinder sind wegen größerer Gruppenstärken „preiswerter“).
Wie sehen die Zuschüsse aus?
Wenn die Kommune/Kreis Sie in die „Bedarfsplanung“ aufnimmt (das muß sie tun, wenn Sie den entsprechenden Bedarf nachweisen, siehe dort), erhalten Sie mindestens den im Landes-Gesetz vorgesehenen Finanzierungsanteil von Kreis und Kommune.
Die Kommune kann (und sollte) Ihnen aber mehr geben – eigentlich ist es gerecht, wenn Sie pro Kind genauso viel erhalten wie die städtischen Kindergärten für Kinder im vergleichbaren Alter (Betreuungsschlüssel – kleine Kinder brauchen kleinere Gruppen!).
In diese Richtung müssen Sie mit dem Bürgermeister verhandeln.
Die Elternbeiträge sollten Sie genauso hoch ansetzen, wie es die Stadt macht – das ist das Einfachste und Beste. Zusammen sollten sie jetzt fast bei 100% der benötigten Gelder angelangt sein!
Falls nicht: Lassen Sie sich nicht entmutigen! Die Bundesregierung und zunehmend auch die Landesregierung machen richtig Druck, um mehr Krippenplätze zu schaffen - und der Bürgermeister bzw. das Jugendamt alleine kann das nicht.
Sie werden, wenn Sie offen auf die Verantwortlichen zugehen, bald merken, daß SIE dort als Partner benötigt werden.
Geben Sie sich daher von vorneherein als Partner. Nicht dreist fordernd, aber auch nicht unterwürfig bittend: gleichberechtigt ein gemeinsames Ziel verfolgend: Mehr gute Betreuungsplätze für Kinder!